Reisefieber: Folge 1 B
Herr Schultz: Ja bitte?
Erich: Guten Tag. Bitte entschuldigen Sie die Störung. Wir sind Ihre Nachbarn. Wir wohnen
hier neben Ihnen.
Erika: Wir heißen Mustermann. Mit zwei „n”. Das ist mein Mann Erich, und ich bin Erika Mustermann.
Herr Schultz: Guten Abend. Mein Name ist Schultz. Horst Schultz. Mit „tz”.
Erich: Also, Herr Schultz, äh … wie soll ich es sagen …
Herr Schultz: Was ist los?
Erich: Sie sind doch erst letzte Woche hier eingezogen, oder?
Herr Schultz: Ja. Warum?
Erika: Und sie haben eine junge Frau, oder?
Herr Schultz: (argwöhnisch) Ja. Warum?
Erika: Wie alt sind Sie? 20? 25?
Herr Schultz: (wird ärgerlich) Also, Moment mal. Was soll das eigentlich? Was ist los? Was wollen Sie?
Erich: Wir … wir … wir brauchen Kinder.
Herr Schultz: Was brauchen Sie? Wie bitte?
Erika: Wir möchten Sie einladen. Auf eine Reise.
Erich: Aber Sie müssen „Vati” zu mir sagen. Und Ihre Frau auch.
Erika: Und zu mir „Mutti”, bitte. Wir brauchen Sie!
Erich: Ach ja, noch etwas: Haben Sie eine Videokamera?
Herr Schultz: Marianne! Marianne! Komm doch mal bitte: Hier sind zwei Verrückte!
Erich: Bitte, Herr Schultz, hören Sie uns zu! Nur fünf Minuten! Wir sind nicht verrückt.
Erika: Wir können alles erklären.
Marianne Schultz: Ja, Horst, was ist denn? Ah, guten Tag! Sie sind doch die Nachbarn von
nebenan. Mustermann, stimmt's?
Erich: (erleichtert) Ja. Mit zwei „n”. Ich heiße Erich. Und das ist meine Frau.
Erika: Erika.
Marianne: Nett, daß Sie gekommen sind. Wir kennen noch niemanden hier in der Gegend. Kommen Sie doch herein!
Horst: Sei vorsichtig, Marianne. Die zwei haben nicht alle Tassen im Schrank.
Marianne: Ach, Horsti, sei doch nicht so unhöflich. Bitte entschuldigen Sie. Mein Mann ist Polizist. Er traut niemandem. Das ist eine Berufskrankheit. Bitte kommen Sie doch herein.
Horst: (schwächlich) Aber …
Erich und Erika: (unisono) Danke.
Die Haustür wird geschlossen. Übergangsmusik.
Akustikwechsel: im Wohnzimmer der Familie Schultz.
Horst: Das ist ja eine unglaubliche Geschichte!
Erich: Unglaublich, aber wahr! Vielen Dank, daß Sie mitspielen!
Marianne: Ach, aber gern! Wir haben noch gar keine Hochzeitsreise gemacht. Wir sind ganz frisch verheiratet.
Erika: Oh, wie romantisch! Herzlichen Glückwunsch!
Horst: Danke, danke. Zum Glück habe ich sowieso gerade Urlaub. Eigentlich wollten wir erst einmal in Ruhe unser Haus einrichten!
Erika: Am nächsten Sonntag sind Sie wieder zu Hause. Dann kann Erich Ihnen beim Einrichten helfen. Stimmt's, Schatz?
Erich: Was? Ach so, ja natürlich. Gerne.
Marianne: (sichtlich amüsiert) Tja dann, lassen Sie uns anstoßen!
Wein wird eingegossen. Im weiteren Gespräch stoßen die vier mit Weingläsern an.
Marianne: Prost, Frau Mustermann. Prost, Herr Mustermann!
Erich: Prost, Frau Schultz, also … ich meine, Prost
Marianne. Prost, äh … wie war doch gleich dein Name, mein Sohn?
Horst: (immer noch leicht säuerlich) Horst. Prost, Herr Mustermann. Prost, Frau Mustermann!
Erika: Prost! Ach, ist das herrlich! Ich bin so glücklich, Schatz! Endlich haben wir Kinder!
Erich: Aber nur für eine Woche!
Horst: Übrigens … hier ist meine Videokamera. Nagelneu.
Marianne: Und der Akku, Horst?
Horst: Randvoll!
Erzählerin: Die erste Aufgabe für die Mustermanns ist also: Besuchen Sie den höchsten Berg Deutschlands. Essen Sie im Restaurant auf dem Gipfel. Dort bekommen Sie die nächste Aufgabe. Na dann: viel Glück!